Der „Mythos Burg“ wird durch die Wechselwirkung von Licht und Schatten erzeugt. Die unterschied­lichen Elemente der Burg werden nach einheitlichen Grundprinzipien in Ihrer Kubatur und De­taillierung nur angedeutet, so dass Neugier geweckt wird, die Gebäude zu erkunden. Der Wechsel von Licht und Schatten macht die einzelnen Gebäude in ihrer Ku­batur und Detaillierung plastisch und zugleich geheimnisvoll.

Die geschlossenen Abschnitte der Außenmauern werden vom Dachrand aus nach unten auslau­fend beleuchtet. Die Beleuchtung erfolgt durch partielle Linearleuchten, so dass nur eine abschnittsweise Beleuchtung erfolgt. Die nach unten gerichteten Lichtelemente werden so installiert, dass der Betrachter von unten nicht in die Lichtaustrittsfläche sehen kann.
Die Dachflächen werden ebenfalls durch nach oben abgeschirmte Linearelemente partiell aufgehellt und werden so wahrnehmbar gemacht.

Zwei Reihen aus linear aufgestellten Mastleuchten strukturieren und ordnen die Gesamtanlage.
Die erste Reihe definiert den Weg beginnend am Hauptzugang am Grabentor, über den Zwin­gerhof bis zur Höhe des Mitteltores.
Die zweite Lichtreihe definiert den nördlichen Bereich des Schlossplatzes: Sie führt entlang der alten Schule bis zum Burgtor ins Innere der Anlage.
Verbunden werden diese beiden Leuchtenreihen durch eine Querspange, die durch das Mit­teltor auf den Schlossplatz führt. Dieser Weg wird durch einem „Lichtteppich“ formuliert.

Entlang des Weges in die Burg werden zusätzlich bei allen Tordurchgängen die Innenflächen der Leibungen beleuchtet, so dass der Besucher immer wieder auf das Licht zugeht und die­ses durchschreitet. Dies schafft selbstverständliche Orientierung und ist wiederkehrendes Mo­tiv der gesamten Burganlage und führender Leitfaden des Weges ins Innere der Burg.

Entlang des Weges in die Burg werden zusätzlich bei allen Tordurchgängen die Innenflächen der Leibungen beleuchtet, so dass der Besucher immer wieder auf das Licht zugeht und die­ses durchschreitet. Dies schafft selbstverständliche Orientierung und ist wiederkehrendes Mo­tiv der gesamten Burganlage und führender Leitfaden des Weges ins Innere der Burg.

Der Weg durch das Mit­teltor zum Schlossplatz wird mit einem „Lichtteppich“ belegt, der durch wechselseitig in den an dieser Stelle beidseitig vorhandenen niedrigen Mauern angeordneten bodennahen Leuchten erzeugt wird.

Naturschutz:
Dem Naturschutz wird durch die Verhältnismäßigkeit der Lichtinszenierung Rechnung getragen. Es wird keine flächige Anstrahlung mit maximal hellem Licht, sondern nur mit partieller Akzentuierung und Andeutungen gearbeitet, um den Mythos Burg zu unterstreichen. Anstelle einer kompletten Da­rstellung der Gebäude erfolgt die Herausarbeitung der Plastizität in entsprechender ‚natürlicher‘ Lichtfarbe.

Barrierefreiheit:
Die Barrierefreiheit wird durch die selbstverständliche Orientierung durch die beschriebene Wegefüh­rung mittels blendfreiem Licht, Lichtlinien und kontrastierenden Lichtelementen (Tore, Schwellen) ge­währleistet.

Denkmalschutz:
Die Beleuchtungsmittel und Befestigungskonstruktionen werden zurückhaltend dimensioniert. Durch die unauffällige Installation erfolgt kein wahrnehmbarer optischer Eingriff in die Gestaltgebung der Burganlage. Das Licht dient der Herausarbeitung der Kubatur der Anlage, damit wird die Eigenart der Burg verständlich gemacht.
Die Technik selbst ist nicht gestaltendes Element, sondern nur das Licht an sich. Nur die Objekte der Mastleuchten als Interpretation und Neuformulierung des Typus ‚Fackel‘ sind neues, zeitgemäßes Gegenüber.

Während alle anderen Lichtelemente ausschließlich warmweißes Licht aufweisen, können die Wehrgänge und offenen Fachwerke durch farbiges Licht (RGBW-Leuchten, vorzugsweise orange-gelbliches Licht eingestellt) inszeniert werden. Dadurch werden diese meist horizon­talen, offenen Gebäudeteile in ein Spannungsverhältnis zu den geschlossenen Gebäudeteilen gesetzt. In den Bereichen, in denen die Wehrgänge auch Besuchern zugänglich sind, wird als Orientierungslicht eine bodennahe, weiße Wegebeleuchtung installiert.

Die dem Tal zugewandte Seite des Bergfrieds als zentralem Element der Burg wird zusätzlich als Projektionsfläche für künstle­risch surreale Lichtprojektionen (beispielhaft „Natur“, „Urbanität“, „Transparenz“ und „Fegefeuer“) genutzt. Die Lichtprojektionen stellen eine Mög­lichkeit dar, den „Mythos Burg“ weiter zu untermalen. Denkbar ist neben den ausschnitts­weise dargestellten Varianten, z.B. die Zerstörung und den Wiederaufbau der Burg oder auch Epi­soden rund um die Themen Ritter, Hexen und Gespenster zu präsentieren.

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Lichtinszenierung Schloss Burg an der Wupper

Auftraggeber: Stadt Solingen
Realisierungswettbewerb Lichtplanung und Architektur

mit switch.on - Lichtplanung Herzebrock-Claholz

Anerkennung 2016