Lineare Transparenz und Öffnung
In der bestehenden Kubatur des Hallenbades wird vom Eingang aus eine lineare Transparenz geschaffen. Das Bad wird bereits im Foyer präsent. Der Blick längs geleitet über eine sich öffnende Raumfolge mit dem als Wasserspielplatz genutzten Außenhof, dem neuen Kinderschwimmbecken und der großen Schwimmhalle mit dem Hauptbecken. Dieser lichtdurchflutete Zwischenraum wird durch eine gefaltete Glaswand, wechselnd transparent und transluzent begleitet. Ein reflektierendes Leuchtobjekt. Die Schwimmhalle öffnet sich nach Süden durch eine dynamische Deckenfaltung mit perspektivischer Überhöhung.

Auftakt ist der Vorplatz, der durch den herausgeschobenen Gebäudeteil mit dem hier platzierten Ladenlokal räumlich gefasst wird. Das Foyer ist wiederum der Anfang der transparenten Zwischenzone, die sich räumlich und visuell bis in die Schwimmhalle entwickelt. Durch diese Transparenz und die Einsehbarkeit in die Bereiche des Hallenbades wird größtmögliche Orientierung und eine hohe unverwechselbare Identität geschaffen. Mit dem Empfangstresen als Infopoint liegt hier der Knotenpunkt aller Funktionsbereiche Seitlich öffnet sich in der transparenten Glasfront der Eingang zu dem Bereich Physikalische Therapie, Sauna und Fitness. Über die Drehkreuzanlage erreicht man den gegenüber liegenden Umkleide- und Duschbereich des Hallenbades.

Die Schwimmhalle selbst erhält eine umlaufende transparente Verglasung in abgetreppter Kontur. Durch die nach oben laufende Sägezahnstruktur entsteht ein unverwechselbarer eigener Ausdruck, die innere Raumstruktur wird gleichzeitig nach außen abgebildet. Im oberen Teil ist die Fassade als eine opak lichtstreuende, blendfreie und wärmedämmende Glasschicht konzipiert, die das Tageslicht tief in den Raum leitet. Im unteren Teil entsteht eine transparente Verglasung auf ‚Augenhöhe‘ im menschlichen Maßstab mit Ausblick auf das umgebende Grün des Parks. Das Schwimmbad stellt sich als ein großer leuchtender Hallenkörper dar. Das Foyer und die Schwimmhalle verbindet eine gefaltete gekantete Glaswand ebenfalls in einem Farbspiel aus Grüntönen. Eine Interpretation und Fortführung des äußeren Grünraums nach innen.

Die räumliche Wirkung der Schwimmhalle wird durch die in unterschiedlichen Neigungen gefaltete Deckenkontur perspektivisch überhöht. Diese gleichzeitig auch akustisch wirksamen Flächen stellen sich in vier Blautönen mit abnehmender Farbintensität dar. Eine abgehängte Decke aus Zementfaserplatten/Aquapaneele mit dazwischen liegenden Lichtstreifen aus Acrylglas, geben der Halle zusätzlich Rhythmus und Struktur. Durch die nuancierte Bekleidung werden die verschiedenen Gebäudeteile zu einem differenzierten Ganzen verbunden und verleihen durch viel Transparenz und Licht eine hohe innen- wie außenräumliche Atmosphäre und Wirkung.

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Hallenbad
Meerbusch

Auftraggeber: Stadt Meerbusch
Begrenzter Realisierungswettbewerb  2. Preis
2014